Vom Schwalmgymnasium Richtung Mars?! Wer ist der Nächste?

Und da saß ich auf einmal in einer A380 nach Houston, auf dem Weg zu zwei unvergesslichen Wochen in der United Space School 2018. Etwa ein Jahr vorher wusste ich noch nicht viel über diese Möglichkeit. Erst durch den Vortrag von Michael Hieber (Sieger 2016/17) und Herrn Gliemann wurde ich aufmerksam. Einer unseres Jahrgangs durfte als Nächster in die USA reisen und gemeinsam mit knapp 50 Jugendlichen aus über zwanzig Ländern die Vision eines bemannten Fluges zum Mars weiterdenken.

Zur Auswahl des Teilnehmers erfolgt der jährlich veranstaltete NASA-Wettbewerb. Dabei geht es darum, einen Aufsatz über das Thema „Mars Mission“ zu schreiben. Eine genauere Themenvorgabe gibt es nicht. Allerdings ist ein Teil in englischer Sprache zu verfassen, um auf den Workshop, der später ausschließlich auf Englisch abläuft, vorzubereiten.
Anfangs motivierte mich besonders die kostenlose Reise in die USA, denn alle Reisekosten werden durch eine großzügige Spende der Stadtsparkasse gedeckt. Das reine Interesse an der Reise reicht aber nicht aus, um sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Nach anfänglicher Recherche begann ich mich aber für das Thema und die unglaubliche Vision Menschen zum Mars zu bringen zu begeistern.Ich besorgte mir Aufsätze von vorangegangenen Gewinnern und trotz anfänglichen Zögerns und spätem Beginn schaffte ich es meinen Aufsatz pünktlich fertigzustellen.

In den folgenden Wochen wählte die Jury den Gewinner aus und kurz vor den Weihnachtsferien fand die Siegerehrung statt. Ich ging mit gemischten Gefühlen zur Siegerehrung, denn irgendwie wäre alles andere als der erste Platz für mich wie eine Niederlage gewesen. Im Anschluss gab es neben ein paar Formalien und der Flugbuchung erst einmal Pause vom NASA-Wettbewerb.

Ich wusste, dass irgendwann Aufgaben zur Vorbereitung auf den Workshop folgen würden. Von denen wurde ich allerdings letztlich ziemlich überrascht. Eine Mail am Mittwoch und am Sonntag sollte bereits die Ausgestaltung der ersten Aufgabe beendet sein. Es folgten fünf anstrengende Wochen, denn jede Woche waren bis zu 20 Fragestellungen und Berechnungen zu Themen wie Antriebssysteme einer Rakete, Umstände auf dem Mars, Lebenserhaltungssysteme für Astronauten etc. zu bearbeiten, wobei nun alles komplett auf Englisch lief. Die Abgabetermine waren festgelegt und einzuhalten.

Im Anschluss lernte ich bereits einige andere Teilnehmer aus der ganzen Welt kennen und in den Sommerferien ging es endlich los. Während der United Space School arbeitet wir mit fünf Teams an unserer eigenen bemannten Mars Mission. Ich war im „Maroon Team“ und wir beschäftigten uns mit der Landung auf und dem Starten von der Marsoberfläche. Ich erfuhr wie es ist in einem großen Team mit vielen anderen begeisternden Jugendlichen zusammen zu arbeiten und aus wilden Ideen ein Konzept zu entwickeln. Ziel unserer Arbeit waren jeweils 40-minütige Abschlusspräsentationen jedes Teams und insgesamt die Vorstellung unserer eigenen bemannten Mars Mission. Natürlich wird eine Mission wohl nie so umgesetzt werden, wie wir es uns vorstellen, aber sie beinhaltete unglaublich spannende Ideen und eine bemannte Mars Mission in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren scheint für die Wissenschaft möglich.

Neben unserer „Arbeit“ besuchten wir Räumlichkeiten der NASA, interaktive Museen, machten Sport, gingen in den Freizeitpark, hörten Vorträge und vieles mehr. Ich traf zum ersten Mal einen Astronauten und weiß jetzt, wie die Toilette in der International Space Station funktioniert. Wir wohnten bei Gastfamilien und durften ihren Alltag miterleben. Ein Thema, das in den USA nicht fehlen darf, ist das Essen. Davon gab es immer genug und süß und fettig durfte es ruhig sein.

Einer der Tage bestand daraus, dass jeweils die vertretenen Nationalitäten durch kurze Präsentationen und ein typisches Essen vorgestellt wurden. Dadurch konnte man etwas über andere Länder und Kulturen erfahren.

Die zwei Wochen endeten mit einer großen Poolparty und vielen Tränen zum Abschied, denn aus knapp 50 Jugendlichen war ein gemeinsames großes Team geworden, das noch gerne etwas länger zusammen Zeit verbracht hätte, weshalb schon Pläne für ein Wiedersehen im nächsten Jahr immer konkreter werden. Insgesamt waren diese zwei Wochen eine beeindruckende Erfahrung. Ich habe viel über Luft- und Raumfahrt erfahren, viele neue Menschen kennengelernt und war Teil eines großartigen Teams.

Hiermit möchte ich nochmal ein großes Dankeschön an die Stadtsparkasse, Herrn Gliemann und das Schwalmgymnasium aussprechen. Der aktuelle Wettbewerb läuft nun für alle Schüler der E-Phase. Es wird sich zeigen, wer
dieses Mal die Nase vorn hat und im Jahre 2019 Richtung Mars aufbrechen darf.

 

VON DAVID SCHMIDT-WEIGAND

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