Rote Hände gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen – Der Red Hand Day am Schwalmgymnasium

Am 12. Februar war der alljährliche Red Hand Day. Auch an unserer Schule wurde wieder auf die Kindersoldat*innen aufmerksam gemacht. Viele Schüler*innen haben in den letzten Tagen Rote-Hand-Abdrücke angefertigt und diese wurden in unserer Schule für alle sichtbar aufgehängt.

Der Red Hand Day wurde 2003 von verschiedenen Hilfsorganisationen ins Leben gerufen. Er ist der Internationale Gedenktag an Kindersoldat*innen. Die Organisation fordert, dass kein Kind unter 18 Jahren in Armeen, bewaffneten Gruppen oder anderen militärischen Verbänden eingesetzt oder geschult werden darf. Weiterhin fordert sie die Bestrafung derer, die dafür verantwortlich sind, dass Kinder zu Soldat*innen werden, die Versorgung, den Schutz und politisches Asyl für ehemalige Kindersoldat*innen, außerdem sollen finanzielle Unterstützungen von Hilfsprogrammen für Kindersoldat*innen ausgebaut, Waffenexporte gestoppt und die Friedenserziehung gefördert werden.

Es wurden weltweit schon über 450.000 Rote-Hand-Abdrücke gesammelt. Kindersoldat*innen sind keine Seltenheit. Es gibt geschätzt 250.000 von ihnen auf der Welt. Sie sind zwischen 10 und 18 Jahren alt und sogar noch jünger, darunter etwa ein Fünftel Mädchen. Die Grausamkeiten, mit denen sie konfrontiert sind, sprengen unser Vorstellungsvermögen. Sie leben in ständiger Angst und Gefahr vor Hinterhalten, Landminen oder Gewehrfeuer. Auch werden unschuldige Kinder zu Täter*innen und dadurch traumatisiert. Disziplin und Gehorsam werden oftmals mit brutalen Methoden erzwungen. Neben den Kriegshandlungen werden sowohl Mädchen als auch Jungen Opfer sexueller Gewalt durch ihnen übergeordnete Offiziere. Viele infizieren sich mit HIV oder anderen Krankheiten und einige werden schwanger.

Aktuell gibt es Kindersoldat*innen bei bewaffneten Auseinandersetzungen in Mittelamerika, Kriegen in Afrika, dem nahen Osten und Asien.

Diese Kinder verlieren immer: Wenn sie nicht unter unmenschlichsten Bedingungen sterben, überleben sie als Behinderte, Blinde und psychisch schwer traumatisiert. Manche müssen erleben, dass ihre Familien getötet oder ihre Häuser zerstört wurden. Selten finden sie einen Beruf oder können zur Schule gehen.

Kindersoldat*innen sind nur scheinbar weit weg von uns. Auch zum Ende des zweiten Weltkrieges wurden von den Nationalsozialisten in Deutschland Kindersoldaten eingesetzt.

Deutschland nimmt Kriegsflüchtlinge aus aller Welt auf. So kommen ehemalige Kindersoldat*innen und ihre Familien zu uns. Auch die Bundeswehr nimmt an Auslandseinsätzen teil. Ist es auszuschließen, dass deutsche Soldaten auf Kinder schießen müssen? Auch wenn deutsche Waffen nicht in Kriegsgebiete geliefert werden dürfen, tauchen sie trotzdem immer wieder in diesen auf. Darüber hinaus hat Deutschland wirtschaftliche Beziehungen und auch Einfluss in aller Welt. Dies alles zeigt, dass das Thema Kindersoldat*innen näher ist, als wir manchmal vermuten.

Was können wir tun? Auch wenn wir nicht unmittelbar helfen können, geht es darum, wenigstens ein Bewusstsein für das Problem zu entwickeln und Zusammenhänge zu erkennen oder zu erschließen. Daran erinnert der Red Hand Day. So entsteht die Hoffnung, wenigstens mittelbar doch etwas tun zu können. Wenn nicht heute – dann in der Zukunft.

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